Ernährung

Verbotene Lebensmittel & Gifte: Was Degus schadet

Diabetes-Fallen, giftige Pflanzen und gefährliche Hölzer – erfahren Sie, welche Futtermittel für Degus absolut tabu sind, wie Sie Gefahren erkennen und im Notfall richtig handeln.

Die größte Gefahr: Die Zucker- & Stärkefalle

Aufgrund ihrer Anpassung an extrem nährstoffarme Steppenbedingungen im chilenischen Hochland besitzen Degus eine genetische Besonderheit: Ihre Bauchspeicheldrüse kann nur sehr schwer auf plötzliche Blutzuckerschwankungen reagieren. Die Zufuhr von Zucker und leicht verdaulicher Stärke führt bei Degus unweigerlich zu chronischem Diabetes mellitus (Typ-2-Diabetes).

In vielen handelsüblichen Futtermischungen und Leckerlis („Nager-Drops“, Knabberstangen) verstecken sich Honig, Melasse, Getreidekörner oder Zuckerzusätze. Diese Produkte schädigen die Tiere schleichend. Auch natürlicher Fruchtzucker, wie er in jeglichem Obst vorkommt, ist für Degus hochgradig schädlich.

Obst-Verbot gilt für alle Sorten: Äpfel, Bananen, Weintrauben, Beeren oder Birnen dürfen weder frisch noch getrocknet verfüttert werden. Ein einziges Stückchen Obst kann den Blutzuckerspiegel eines Degus in gefährliche Höhen treiben!

Vorsicht bei Gehölzen & Wiesenpflanzen

Beim Sammeln von Ästen und Kräutern müssen Sie genau hinsehen. Einige Pflanzen enthalten Alkaloide, Gerbsäuren oder Harze, die für Degus hochgiftig sind oder schwere Organschäden verursachen.

Giftige & schädliche Pflanzen

  • Efeu, Buchsbaum & Eibe: Extrem giftige Zierpflanzen, führen rasch zum Tod.
  • Zwiebelgewächse: Knoblauch, Lauch, Zwiebeln zerstören die roten Blutkörperchen.
  • Rhabarber: Der extrem hohe Oxalsäuregehalt schädigt die Nieren massiv.
  • Tomaten- & Kartoffelpflanzen: Das enthaltene Solanin ist hochgradig giftig.

Ungeeignete & giftige Hölzer

  • Nadelhölzer (Tanne, Kiefer): Das enthaltene Harz verklebt die Backentaschen und den Magen-Darm-Trakt.
  • Eichenholz: Extrem reich an Gerbstoffen, führt zu schweren Vergiftungserscheinungen.
  • Steinobst-Hölzer (Kirsche, Pflaume): Stehen im Verdacht, Blausäure abzuspalten (Amygdalin).
  • Kastanienholz: Enthält Saponine, welche die Schleimhäute reizen.

Tabu-Lebensmittel auf einen Blick

Füttern Sie niemals die folgenden Kategorien, um lebensbedrohliche Magenüberladungen, Gärungen oder akute Vergiftungen zu verhindern:

Futtermittel Gefahr / Auswirkung Warum verboten?
Getreide (Weizen, Haferflocken, Brot) Verdauungsstörungen, Übergewicht, Diabetes-Gefahr Enthält zu viel leicht verdauliche Stärke und verkleistert den Magen.
Molkereiprodukte (Käse, Joghurt-Drops) Schwere Durchfälle, Fehlgärungen, Magenkrämpfe Degus sind reine Pflanzenfresser und können tierisches Protein und Lactose nicht spalten.
Kohl (Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl) Lebensgefährliche Trommelsucht (Blähsucht) Kohlarten neigen im stopfenden Magen-Darm-Trakt extrem schnell zu massiven Gasungen.
Pellets & Mischfutter aus dem Zoohandel Zahnfehlstellungen, chronischer Futtermangel im Darm Gepresste Pellets quellen im Magen auf, machen zu schnell satt und verhindern Zahnabrieb.

Häufige Fragen zu Verbotenem & Giften (FAQ)

Nein, Erdnüsse sind extrem fettreich und belasten die Leber der Degus massiv. Zudem sind Erdnussschalen sehr häufig unbemerkt mit unsichtbaren Schimmelpilzsporen (Aflatoxinen) belastet, welche hochgradig krebserregend und giftig für Kleinsäuger sind.
Symptome einer akuten Vergiftung können extreme Apathie, starkes Speicheln, torkelnder Gang, Krampfanfälle, Zittern, blasse Schleimhäute oder Atemnot (Flankenatmung) sein. Da Degus Symptome so lange wie möglich verstecken, ist bei solchen Anzeichen höchste Eile geboten.
Auf keinen Fall! Bananenchips sind wahre Zuckerbomben. Sie bestehen fast ausschließlich aus konzentrierter Fructose und sind häufig noch zusätzlich mit Honig oder Sirup gesüßt, um sie haltbar und knusprig zu machen. Das Füttern von Bananenchips führt bei Degus rasant zu Fettleibigkeit und Diabetes.

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